Unterwegs für die Rettung des Schwarzen Apollo

Ein Traktor bearbeitet eine Weidefläche mit einem Striegel.

Bevor das Saatgut ausgebracht werden kann, wird die Erde mit Hilfe eines Striegels aufgelockert.

MitarbeiterInnen des Naturschutzgroßprojekts und des UNESCO Biosphärenreservats Rhön stehen vor einer großen Tüte mit Saatgut.

Zusammen mit einer Mitarbeiterin des UNESCO Biosphärenreservats Rhön bereiten die MitarbeiterInnen des Naturschutzgroßprojekts die Aussaat vor.

MitarbeiterInnen des Naturschutzgroßprojekts Thüringer Kuppenrhön verteilen das mit Kälberstroh vermischte Saatgut auf der Weidefläche.

Mit Kälberstroh vermischt, wird das Saatgut auf der aufgerauten Fläche verteilt.

Ein Traktor walzt die Weidefläche bei Birx auf der vorher das Saatgut für eine Blühwiese ausgebracht wurde.

Nach der Aussaat wird die Fläche gewalzt. (Foto: David Klett)

Naturschutz in Aktion: Start der Maßnahme zur Verbesserung des Lebensraumes für seltene Schmetterlingsart

Diese Wiese soll wieder blühen: Auf einer Weide oberhalb von Birx haben MitarbeiterInnen des Naturschutzgroßprojekts „Thüringer Kuppenrhön“ am Montag, den 21. September 2026, Saatgut einer Bergmähwiese ausgebracht. Ziel dieser Maßnahme ist es, bereits im kommenden Frühjahr ein zusätzliches Nahrungsangebot für den Schwarzen Apollo zu schaffen – einen seltenen Schmetterling, der hier einen seiner letzten Rückzugsorte in Thüringen hat. Der Flächenbewirtschafter, die Pflege-Agrar-Genossenschaft e.G. Bettenhausen, kooperiert hier dankenswerterweise mit dem Naturschutzgroßprojekt und setzt sich so aktiv für den Fortbestand der Art ein.

Neugierig nähern sich die Kühe der Weide, die an einem Waldrand direkt am Grenzwall zu Hessen gelegen ist, denn heute passiert etwas Ungewöhnliches: Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der hessischen Verwaltung des UNSESCO Biosphärenreservats Rhön verteilen die ProjektmitarbeiterInnen des Naturschutzgroßprojekts das Saatgut einer nahegelegenen hessischen Bergmähwiese auf dem Grünland. Zuvor wurde die Fläche mit Hilfe eines Striegels aufgeraut, damit die Samen leichter ins Erdreich gelangen und so gut aufgehen können. 

Denn genau hier im Grünen Band hat ein ganz besonderer Schmetterling einen seiner letzten Rückzugsorte in ganz Thüringen: der Schwarze Apollo. Lichte Waldränder und Säume sind für ihn besonders wertvoll, insbesondere, wenn dort der Lerchensporn wächst, der den Raupen als Futterpflanze dient. Für die Falter selbst sind blühende Wiesen in der Nähe eine wichtige Nahrungsquelle. 

Der Schwarze Apollo: Schutz der Vorkommen in Deutschland

Doch diese Lebensräume sind rar geworden: In Deutschland wurde der Schwarze Apollo nur noch in den Alpen, auf der Schwäbischen Alp und in der Rhön nachgewiesen. Das letzte Vorkommen des Falters in Thüringen befindet sich direkt hier im Grünen Band bei Frankenheim und Birx. 

Und genau dort setzt das Naturschutzprojekt an: Am Standort fehlen blütenreiche Wiesen, die den Faltern ausreichend Nahrung bieten. Mit der Einsaat soll dieser wichtige Nektarlebensraum wiederhergestellt werden. Im weiteren Verlauf sind im Rahmen der Maßnahme zum Schutz des seltenen Falters Auflichtungen der Gehölzbestände im hessisch-thüringischen Grenzbereich geplant. Dadurch sollen lichte Säume entstehen, die für die Raupen und ihre Futterpflanze Lerchensporn so wichtig sind.

Besonders erwähnenswert ist hierbei die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hessen und Thüringen - ganz im Sinne des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Doch warum das Ganze? Warum sollte man Schmetterlinge schützen?

Schmetterlinge erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem. Sie tragen zur Bestäubung von Pflanzen bei und sind zugleich Teil der Nahrungskette. Werden Schmetterlinge seltener, verlieren auch Tiere wie Vögel, Fledermäuse und Spinnen eine wichtige Nahrungsquelle. Darüber hinaus sind Schmetterlinge wichtige Anzeiger für Veränderungen in der Natur. Gehen ihre Bestände zurück, kann das auf den Verlust oder die Verschlechterung von Lebensräumen und damit auf einen Rückgang der biologischen Vielfalt hinweisen.

Das Bundesamt für Naturschutz nennt insbesondere Veränderungen in der Bewirtschaftung und das damit verbundene Verschwinden besonnter, lockerer Lerchenspornbestände als eine Ursache für den Verlust geeigneter Lebensräume des Schwarzen Apollo.

Mehr über den Schwarzen Apollo gibt es hier zu lesen.