Zum fünften Mal durfte das Naturschutzgroßprojekt eine internationale Gruppe von Studierenden der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in der Thüringer Rhön begrüßen. Im Rahmen des Kurses „Ecosystem Management“ besuchte die Gruppe mehrere Akteure im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.
Die Projektleiterin des Naturschutzgroßprojektes Corinna Hoßfeld führte die Gruppe zusammen mit Julia Gombert, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Rhön e.V./ Leiterin der Natura 2000-Station „Rhön“ (LPV) und Ralf Hofmann, Gebietsbetreuer im Grünen Band zum Grabenberg nahe Frankenheim.
Den Studierenden wurde zunächst die Struktur der Naturschutzarbeit in Thüringen anhand des LPV und der Natura 2000-Stationen erläutert. Weiterhin führte Frau Gombert die zu bewältigenden Herausforderungen des LPV/ der Natura 2000-Station „Rhön“ aufgrund bestehender Rahmenbedingungen aus. Auch wenn Projekte vier Jahre lang laufen, ist selten abgesichert wie es im Anschluss weitergeht. Denn gerade weil Maßnahmen oft mit bestimmten langfristigen Pflegemaßnahmen verknüpft sind, ist hier ein langfristiger Ansatz wünschenswert.
In diesem Zusammenhang langfristiger angelegt ist das Naturschutzgroßprojekt (NGP) Thüringer Kuppenrhön. Bis zu 10 Jahre darf man hier als Teil des Förderprogramms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“, mit dem der Bund Projekte von nationaler Bedeutung unterstützt, Maßnahmen umsetzen. Seit November 2025 ist das NGP in der langersehnten Umsetzungsphase. Frau Hoßfeld erläuterte den Studierenden die Projektstrukturen, Chancen und Herausforderungen. Mit ersten Maßnahmen wie Artenschutzmaßnahmen für den Schwarzen Apollo und dem Management invasiver Pflanzenarten (Stauden-Lupine und Riesen-Bärenklau) wurde im Fördergebiet des NGP bereits begonnen.
Das Fördergebiet des Naturschutzgroßprojekts umfasst einen mehr als 100 Kilometer langen Abschnitt des Grünen Bandes, der aus naturschutzfachlicher Sicht von hoher Bedeutung ist. Herr Hofmann, der seitens der Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT) als Gebietsbetreuer für den Großteil des Rhöner Abschnitts des Grünen Bandes zuständig ist, erläuterte anschaulich die Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Am Grabenberg, dem Ziel der Exkursion, zeugen Reste des Grenzzauns und ein ehemaliger Grenzturm noch heute von der deutsch-deutschen Teilung.
Das Interesse seitens der Studierenden am Exkursionsinhalt war groß, was man auch anhand der vielen Fragen bemerkt hat. Mit neuen Eindrücken versorgt traten die Studierenden mit dem betreuenden Prof. Dr. Michael Pregernig ihre Weiterreise in der Rhön an.

