1. PAG-Sitzung in der Umsetzungsphase – nun kann es endlich losgehen mit der Maßnahmenumsetzung!

Die PAG-Teilnehmer werden vom Projekt-Team über den Stand der Maßnahmenumsetzung informiert. Foto: Franziska Göbel

Einen Tag nach der feierlichen Auftaktveranstaltung bei Point Alpha traf sich die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) zum ersten Mal in der seit November 2025 laufenden Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojektes. Zählt man die Sitzungen in der Planungsphase dazu, war es die siebte PAG-Sitzung. Rund 30 Teilnehmer kamen im Tagungsraum des Schlosses Geisa auf Einladung der Projektleiterin Corinna Hoßfeld zusammen.

In den ersten acht Monaten der Umsetzungsphase ist bereits einiges passiert. So verstärkten Anfang Januar drei neue Projektmitarbeiterinnen das Team und zugleich zog das Projektbüro in neue Räume (Hinterm Kirchhof 12, Kaltennordheim OT Kaltensundheim). Die neuen Mitarbeiterinnen stellten sich kurz vor. Darüber hinaus informierte die Projektleiterin über die Besetzung weiterer Stellen.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand allerdings die Maßnahmenumsetzung, denn sie stellt den Kern der Umsetzungsphase dar. Franziska Göbel (Schwerpunkt Landwirtschaft) und Johannes Urban (Schwerpunkt Artenschutz & Forst) berichteten zusammen mit der Projektleiterin über die bereits umgesetzten Maßnahmen und gaben einen Ausblick auf die in 2026 noch folgenden Maßnahmen. So wurde bei Birx bereits eine Maßnahme zum Schutz des Schwarzen Apollo umgesetzt. Dieser seltene Tagfalter kommt in Thüringen nur noch in der Rhön an zwei Stellen im Grünen Band vor. Er ist auf spezielle Lebensraumausstattungen angewiesen: lichte Wälder mit Lerchenspornvorkommen (Raupenfutterpflanze) und blütenreiche Säume im unmittelbaren Umfeld. Kernziel der Maßnahmen ist der Erhalt und die Stabilisierung der letzten Thüringer Populationen sowie die Vernetzung mit Vorkommen in Hessen und Bayern. Darüber hinaus wurden bereits Maßnahmen zum Management der Vielblättrigen Stauden-Lupine umgesetzt. Die weitere Ausbreitung wird durch eine wiederholte Mahd oder das Ausstechen der Pflanzen verhindert. Auch das Projektteam hat sich am Grabenberg bei Birx bereits aktiv an der Bekämpfung der Lupine beteiligt (siehe News vom 11.06.2026).

Für die Zeit bis Ende 2026/ Anfang 2027 sind folgende Maßnahmen geplant: Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus an der Ulster und dem Apfelbach im Wartburgkreis, Entbuschung eines Kalkmagerrasens am Rasdorfer Berg, eine angepasste Beweidung des Lebensraums des Goldenen Scheckenfalters in der Klingser Aue, weitere Optimierungen des Lebensraums des Schwarzen Apollos bei Birx und die Anlage von Kleingewässern für Amphibien.

Bei einzelnen Maßnahmen gab es rege Diskussionen innerhalb der PAG, insbesondere bei solchen, die eine Offenhaltung von Lebensräumen als Ziel haben. Bei Entbuschungsmaßnahmen spielen nötige Abstimmungen mit Fachbehörden, wie auch eine passende Nachnutzung eine große Rolle für den Erfolg der Maßnahme und deren Akzeptanz.

Frau Hoßfeld kündigte an, im Herbst 2026 den Arbeitskreis „extensive Landnutzung“ ein viertes Mal tagen zu lassen. Eine entsprechende Terminabfrage wird versendet.

Die nächste PAG-Sitzung wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 stattfinden. Bis dahin wird sich im Projekt wieder einiges getan haben…und das ist gut so!