Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön

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Das Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön, mit seiner Lage inmitten des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, ist im Juni 2020 gestartet.

Die Rhön ist eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft und Hotspot-Region der Biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie weist ein lebhaftes Relief in unterschiedlichen Höhenlagen mit Senken, Kuppen, Hügeln und Tälern auf. Besonders kennzeichnend für die Rhön sind zahlreiche von Wald und Grünland dominierte Kuppen und Berge. Sie geben herrliche Blicke auf die nutzungsgeprägte Landschaft frei, mit abwechselnden Wiesen und Weiden, Äckern, Siedlungen und Waldgebieten.

Was ist eigentlich die Kuppenrhön?

Während in der Hohen Rhön die Basaltdecken flächig geschlossen sind, sind sie in der Kuppenrhön punktuell durchbrochen. Das stark gegliederte Relief der Kuppenrhön ist landschaftsprägend und besteht aus Kegeln, Kuppen, plateauförmigen Einzelbergen im Wechsel mit Talmulden und Senken. Die Kuppenrhön legt sich dabei als Saum von Nordosten bis Südwesten um die Hohe Rhön.

Die hohe standörtliche Vielfalt birgt ein breites Spektrum an Lebensräumen mit einer bemerkenswerten Diversität an Arten. Kleinräumig wechselnde Wald- und Offenlandlebensräume mit zahlreichen Übergängen zwischen verschiedenen Lebensräumen prägen dieses Gebiet und machen seinen hohen Wert für die biologische Vielfalt und den Biotopverbund aus. Doch Veränderungen in der Landnutzung, wie der Rückgang traditioneller Landnutzungsformen, Nutzungsintensivierungen oder Nutzungsaufgaben, führen dazu, dass die hohe Struktur- und Artenvielfalt zunehmend gefährdet ist. Dies ist deutschlandweit festzustellen und trifft auch auf die Rhön zu. Der fortschreitende Rückgang wertgebender Lebensräume und Arten ist ein alarmierender Beleg für diesen Trend.

Diesem Trend entgegenzuwirken und Flächen unter naturschutzfachlichen Aspekten im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung zu entwickeln macht sich das Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön zur Aufgabe.

Das Projektgebiet liegt im Südwesten Thüringens, im Dreiländereck der Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen und reicht von Pferdsdorf (Gemeinde Unterbreizbach) im Wartburgkreis bis in den Landkreis Schmalkalden-Meiningen bei Hermannsfeld (Gemeinde Rhönblick). Verbindendes Element der Gebietskulisse ist ein 112 km langer Abschnitt des „Nationalen Naturmonuments Grünes Band Thüringen“ innerhalb des Thüringer Teils des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Dieser enthält einige der naturschutzfachlich wertvollsten Bereiche dieses gesamtstaatlich bedeutsamen Biotopverbundsystems, welche sich hier perlschnurartig aufreihen. Ergänzend beinhaltet das 4.834 ha umfassende Projektgebiet an das Grüne Band angrenzende, naturschutzfachlich relevante Räume (siehe Übersichtskarte).

Das Projektgebiet wurde anhand der räumlichen Aufteilung und der Arten- und Biotopausstattung zur besseren Übersicht in 11 Teilgebiete gegliedert (siehe Übersichtskarte). Die Flächengrößen der Teilgebiete variieren zwischen 60 ha (Teilgebiet 3) und 1.006 ha (Teilgebiet 10).

Der Projektträger ist die Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön gGmbH, die eigens dafür von den Gesellschaftern Landschaftspflegeverband "BR Thüringische Rhön" e.V. und Heinz Sielmann Stiftung gegründet wurde.

Naturschutzgroßprojekte (Hintergrundinformation)

Naturschutzgroßprojekte basieren auf dem seit 1979 bestehenden Förderprogramm „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“. Über „chance.natur“ können nur Gebiete gefördert werden, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind. Das Förderprogramm soll zum dauerhaften Erhalt von Naturlandschaften sowie zur Sicherung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit herausragenden Lebensräumen zu schützender Tier- und Pflanzenarten beitragen. Die Förderung erfolgt stets anteilig, wobei der Bund in der Regel 75 % der Gesamtkosten trägt. Die restlichen 25 % teilen sich das jeweils beteiligte Land und der Projektträger 1.

Naturschutzgroßprojekte gliedern sich in ein Planungsprojekt (Projekt I) mit einer in der Regel ca. 3-jährigen Laufzeit und einem Umsetzungsprojekt (Projekt II). Im Projekt I wird ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erstellt, der auf einer eingehenden Analyse des Planungsraums aufbaut. Zentrale Aufgabe ist es, die Projektziele flächenspezifisch zu konkretisieren und die zur Zielerfüllung erforderlichen Maßnahmen abzuleiten. Dabei sind Machbarkeit und Erfolgsaussichten der identifizierten Maßnahmen realistisch einzuschätzen und fachlich abzusichern1.

1www.bfn.de/foerderung/naturschutzgrossprojekt.html

Hotspot-Regionen der Biologischen Vielfalt

„Hotspots der biologischen Vielfalt“ sind 30 Regionen in Deutschland mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Die Hotspot-Regionen finden sich in ganz Deutschland - von der Ostsee bis zu den Alpen und nehmen zusammen etwa elf Prozent der Fläche Deutschlands ein.²

² biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/foerderschwerpunkte/hotspots.html

Unterstützt und gefördert durch:

Die mit dem Zuwendungsbescheid gestattete Projektlaufzeit des Projektes I beginnt am 01.06.2020 und endet am 31.05.2023. Das Projekt I hat für die genannte Laufzeit ein Gesamtvolumen von ca. 965.000€ (einschließlich Moderation).

Das BfN fördert das Projekt mit Mitteln des BMU in Höhe von 75 %, das Land Thüringen (TMUEN) mit 15 % und der Projektträger (PT) übernimmt die verbleibenden 10 %. Der Eigenanteil des PT wird von der Heinz Sielmann Stiftung (HSS) zu 6,7 % und vom Landschaftspflegeverband "BR Thüringische Rhön" e.V. (LPV Rhön) zu 3,3 % getragen. Den Anteil des LPV Rhön wiederum übernehmen die Stiftung Naturschutz Thüringen und die beiden Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden Meiningen zu je 1,1 %.